| Arbeits- & Tarifrecht |
Metallindustrie zahlt 2,7 Prozent mehr Lohn
Nach 13-stündigen Verhandlungen haben sich Arbeitgeber und die IG Metall auf einen Pilotabschluss verständigt, bestätigt IG-Metall-Chef Berthold Huber in Düsseldorf. Für das laufende Jahr gibt es einmalig 320 Euro, ab April 2011 steigen die Löhne um 2,7 Prozent. Außerdem wurde ein Beschäftigungspakt vereinbart.
IG-Metall und Arbeitgeber haben sich nach Angaben von Gewerkschaftschef Berthold Huber grundsätzlich auf einen Pilotabschluss in der Metallindustrie verständigt. Huber sagte am Morgen in Düsseldorf auf die Frage, ob es eine grundsätzliche Übereinkunft gebe: „Ja.“
Für das Jahr 2010 wurde eine Einmalzahlung von 320 Euro vereinbart. Zum 1. April 2011 steigen die Entgelte um 2,7 Prozent, teilten die Verhandlungsführer in Düsseldorf mit. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 23 Monaten. Außerdem wurde ein Beschäftigungspakt vereinbart. Ein Abschluss mit neuen Regelungen zur Kurzarbeit soll helfen, Arbeitsplätze in der unter der Wirtschaftsflaute leidenden Branche zu sichern.
Beide Seiten hatten in einem 13-stündigen Verhandlungsmarathon um eine Lösung gerungen. Zuletzt waren die Arbeitgeber Verhandlungskreisen zufolge von ihrer Forderung nach einer Nullrunde bei den Löhnen abgerückt.
Die Gewerkschaft war wegen der Wirtschaftskrise erstmals in ihrer Geschichte ohne konkrete Lohnforderung in die Verhandlungen gegangen. Eine Erhöhung der Entgelte müsse es aber geben, hatte sie immer wieder deutlich gemacht. „Null Geld heißt auch Null Lösung“, hatte der IG-Metall-Bezirksleiter in NRW, Oliver Burkhard, stets bekräftigt.
Die Gewerkschaft hatte befürchtet, dass ohne ein Gegensteuern durch zusätzliche Instrumente zur Beschäftigungssicherung in der Branche mit etwa 3,4 Millionen Metallern bis Ende 2012 rund 700.000 Jobs auf der Kippe stehen. Der deutsche Maschinenbau etwa hatte 2009 ein rabenschwarzes Jahr verzeichnet und einen Rückgang der Bestellungen um 38 Prozent verschmerzen müssen. Für 2010 erwartet der Verband VDMA für die Branche mit Konzernen wie ThyssenKrupp, Gea oder Gildemeister eine Besserung erst in der zweiten Jahreshälfte.In ihrer letzten Tarifrunde – vor Ausbruch der Krise - hatten Arbeitgeber und IG Metall noch zweistufige Lohnerhöhungen von insgesamt 4,2 Prozent bei einer Laufzeit von 18 Monaten sowie eine Einmalzahlung vereinbart. Dieser Vertrag läuft Ende April aus.
Quelle: WELT online, 18. Februar 2010, 6:48 Uhr Direkt zum Artikel |